25 km/h

25 km/h: Bjarne Mädel und Lars Eidinger treffen im Roadmovie von Markus Goller als zwei entfremdete Brüder aufeinander, die mit dem Mofa quer durch Deutschland pesen.

Die Beerdigung des Vaters wird zur Schlägerei, als sich die beiden Brüder Christian und Georg zum ersten Mal seit 30 Jahren wiedersehen. Der Tischler Georg hat sich bis zu Letzt um den Vater gekümmert, während Christian als Manager erfolgreich durch die Welt gejettet ist. Können sich die beiden wieder zusammenraufen? Nach der Beerdigung kommt das Bier und beim Wiederkennenlernen entdecken die beiden einen alten Kindheitstraum.
Vom Schwarzwald bis nach Rügen — als Jungs hatten sich Georg und Christian vorgenommen, mit ihren Mofas einmal quer durch Deutschland zu fahren. Die Karte hat all die Jahre überdauert. Also satteln die beiden ihre alten Maschinen und begeben sich im Schneckentempo auf eine Reise, die ihre Beziehung auf eine harte Probe stellen wird. Unterwegs machen sie einige verrückte Bekanntschaften.

„25 km/h“ — Hintergründe

Regisseur Markus Goller kehrt mit zweien seiner Lieblingsmotive zurück auf die große Leinwand: verkrachte Brüder und ein Roadtrip mit dem Mofa. Das Szenario erinnert an seinen letzten Hit „Simpel“. Für das Abenteuer „25 km/h“ konnte Goller zwei der großartigsten Schauspieler des deutschen Kinos gewinnen. Endlich treffen Lars Eidinger („Personal Shopper“) und Bjarne Mädel („1000 Arten Regen zu beschreiben“) in einem Film aufeinander. Das Script wurde von Oliver Ziegenbalg („Becks letzter Sommer“) verfasst.

Bilden die beiden Brüder den Mittelpunkt des Filmes, konnte Goller selbst die Nebenrollen mit der A-List des deutschen Kinos besetzen. Unter anderen feiern Sandra Hüller („Toni Erdmann“), Jella Haase („Vielmachglas“), Alexandra Maria Lara („Nur Gott kann mich richten“) und Jördis Triebel („Das schweigende Klassenzimmer“) einen Auftritt in dem Roadmovie. Unterwegs begegnen die Brüder einigen starken Frauen. Großartig besetzt ist auch die Herrenriege mit Wotan Wilke Möhring („Steig. Nicht. Aus“) und Martin Brambach („Tatort“ Dresden).
(www.kino.de)

A Star Is Born

A Star Is Born: Romantisches Musiker-Drama mit Lady Gaga als Nachwuchsstar, der mithilfe ihres Mentors, Bradley Cooper als gescheiterter Popstar, den Durchbruch schafft.

Trotz ihres Talentes ist der jungen Country-Sängerin Ally der Durchbruch im Musikbusiness nicht gelungen. Von einem schlecht bezahlten Gig schleppt sie sich zum nächsten und hofft, irgendwann entdeckt zu werden. Als sie eines Tages den Country-Superstar Jackson Maine trifft, ist er überwältigt von ihrem Talent. Doch Ally muss bald feststellen, dass sich die Karriere des Superstars seit einiger Zeit auf Talfahrt befindet.
Während Ally und Jackson eine turbulente Beziehung beginnen, schafft Ally endlich den Durchbruch. Bald ist Jackson vergessen. Ally leuchtet als neuer Stern am Country-Himmel. Liebe, Ruhm und Geld vermischen sich immer komplizierter miteinander, als die beiden Künstler sich gegenseitig miteinander messen und doch voller Leidenschaft füreinander brennen. Kann Jackson akzeptieren, dass Ally seinen Platz eingenommen hat?

Reboot eines Klassikers

„A Star Is Born“ ist nicht der erste Versuch, den 30er-Jahre Klassiker „Ein Stern geht auf“ zu modernisieren. In der Vergangenheit adaptierten bereits zwei weitere Filme den Stoff. Im Jahr 1954 etwa schlüpften Judy Garland und James Mason für das Remake „Ein neuer Stern am Himmel“ in die Rolle des gegensätzlichen Pärchens. Mit Barbara Streisand und Kris Kristofferson wurde „A Star Is Born“ Ende der 70er-Jahre dann noch einmal aufgelegt.
(www.kino.de)

Augenblicke - Gesichter einer Reise

Augenblicke: Gesichter einer Reise: Oscarnominierte Doku über die Fotoreise der 89-jährigen Filmemacherin Agnès Varda und dem 34-jährigen Fotokünstler JR quer durch Frankreich.
Den jungen Streetart-Künstler JR und die große Filmemacherin des Nouvelle Vague, Agnès Varda, trennt zwar das Alter. Was sie verbindet ist jedoch die Liebe zur Kunst und vor allem zur Fotografie. Gemeinsam reisen sie durch das ländliche Frankreich und begeben sich auf die Suche nach dem Zufall. Unterwegs sind sie in dem Fotomobil von JR, einem Fotoautomaten auf Rädern, der Bilder in Großformat ausdruckt. Unterwegs begegnen sie zahllosen Menschen, deren Porträts sie auf Wänden verewigen.

„Augenblicke: Gesichter einer Reise“ — Hintergründe

Fabrikarbeiter, Briefträger, eine Ziegenbäuerin oder die letzte Bewohnerin einer Abbruchsiedlung — auf ihrer Reise durch Frankreich haben der Künstler JR und die Filmemacherin Agnès Varda („Vogelfrei“) zahllose Zufallsbekanntschaften geschlossen. Immer auf der Suche nach einem neuen Gesicht, einem neuen Ausdruck kommen sie mit bisher unerzählten Geschichten in Kontakt. Zum Schluss kleben sie die überlebensgroßen Porträtfotos auf Fassaden, Züge oder Container. Dann geht die Reise weiter.
Die Dokumentation „Augenblicke: Gesichter einer Reise“ feierte auf den Filmfestspielen von Cannes 2017 ihre Premiere. Seither konnte der lebensfrohe Film zahllose Preise gewinnen und wurde sogar für den Oscar als Bester Dokumentarfilm 2018 nominiert.
(www.kino.de)

Aus dem Nichts

 

Drama
D, F 2017, 106 Min., FSK: ab 16

Regie: Fatih Akin
mit: Diane Kruger, Denis Moschitto, Numan Acar

Thriller von Fatih Akin mit Diane Kruger, die ihre Familie bei einem rechtsextrem motivierten Bombenanschlag verliert - und die Rache selbst in die Hand nimmt.

Am Nachmittag hat Katja den sechsjährigen Sohn Rocco in das Büro ihres Mannes gebracht. Als sie am Abend zurückkehrt, sind beide tot. Eine Nagelbombe, die vor dem Büro deponiert wurde, hat alles zerfetzt. Weil ihr Mann, der türkischstämmige Nuri Sekerci wegen Drogenbesitzes im Gefängnis saß, ermittelt die Polizei im Rotlichtmilieu. Dass die Spuren in eine ganz andere Richtung weisen, sehen die Ermittler nicht. Dann gehen ihnen zufällig die wahren Mörder ins Netz.
Hauptverdächtig sind die Neonazi-Eheleute André und Edda Möller. Doch der Gerichtsprozess entwickelt sich anders als Katja gehofft hatte. Obwohl ihr Anwalt von einer wasserdichten Beweislage spricht, gelingt es dem Verteidiger Haberbeck, den Prozess zugunsten der Angeklagten zu entscheiden. Gedemütigt und zerstört von der Gerichtsverhandlung sieht Katja keinen Grund mehr, weiterzuleben. Wenn sie ihrem Leben wieder Sinn geben will, muss sie das Gesetz selbst in die Hand nehmen.

Infos zum Inhalt

Vor dem Hintergrund der NSU-Morde erzählt Fatih Akin einen meisterhaften Rachethriller, der auf ein provozierendes Ende hinausläuft. Die Parallelen zu der Mordserie von Uwe Mundlos, Uwe Bönhardt und Beate Zschäpe sowie zum anschließenden NSU-Prozess liegen auf der Hand. Die rechtsradikalen Terroristen haben mutmaßlich zehn Menschen ermordet und unter anderem im Jahr 2004 einen Sprengstoff-Anschlag vor einem Friseurladen in Köln verübt. Die Polizei tappte jedoch jahrelang im Dunkeln – weil niemand die Täter im rechten Milieu vermutete.
Für die Recherche zum Film hat Fatih Akin mehrere Gerichtsverhandlungen im NSU-Prozess beobachtet. Zur Premiere in Cannes erklärte Akin: „Der Skandal bestand nicht darin, dass deutsche Neonazis zehn Menschen getötet hatten. Der eigentliche Skandal bestand darin, dass die deutsche Polizei, Gesellschaft und die Medien alle überzeugt waren, dass die Täter Türken oder Kurden sein müssten, dass da irgendeine Mafia hintersteckte.“ Diese Frustration sei für ihn wie eine Initialzündung gewesen, das Drehbuch zu „Aus dem Nichts“ zu schreiben.

Text: kino.de

Ballon

Ballon: Michael „Bully“ Herbig verfilmt die spektakuläre DDR-Flucht zweier Familien mit einem selbstgebauten Heißluftballon im September 1979.

16. September 1979: Mitten in der Nacht laden Peter Strelzyk und sein Freund Günter Wetzel die Materialien für ihre spektakuläre DDR-Flucht aus dem Auto. Aus Regenmantelstoff haben sie die 100 Kilo schwere Ballon-Hülle angefertigt, die kleine Gondel, in der die Männer mitsamt ihren Frauen Petra und Doris sowie den vier Kindern Platz finden, ist selbst geschweißt. Das Unternehmen ist hochriskant. Das Westradio hat Nordwind angesagt — jetzt oder nie. Da riskiert ein fataler Fehler das gesamte Unternehmen.

„Ballon“ — Hintergründe

Die spektakuläre Flucht der Familien Strelzyk und Wetzel ist in die gesamtdeutsche Geschichte eingegangen. Im Jahr 1979 glich die innerdeutsche Grenze bereits einem Minenfeld, eine Flucht aus der DDR über Land schien unmöglich. Doch auch die Ballon-Fahrt birgt dutzende Risiken, wie zum Beispiel die Beschaffung des notwendigen Stoffes. Eine erste Verfilmung der Geschichte kam bereits 1982 unter dem Titel „Mit dem Wind nach Westen“ in die Kinos.

Seinen Abschied vom komödiantischen Fach hatte Michael „Bully“ Herbig bereits nach dem Kinostart von „Bullyparade – Der Film“ erklärt. Mit dem Tatsachen-Thriller „Ballon“ folgt Bully Wort und verfilmt eine Geschichte, die ihn laut eigenen Angaben, seit Jahren beschäftigt hat. Der Cast kann jedenfalls begeistern. Mit dabei sind Friedrich Mücke („SMS für Dich“), Karoline Schuch („Ich bin dann mal weg“), David Kross („Simpel“), Jella Haase („Fack Ju Göhte 3“) sowie Alicia von Rittberg („Jugend ohne Gott“) und Thomas Kretschmann („What a Man“).
(www.kino.de)

Casablanca

Meisterhaftes Drama von Michael Curtiz mit Humphrey Bogart als zynischer Aussteiger, der im Zweiten Weltkrieges seine große Liebe, Ingrid Bergman, trifft.


Marokko 1941: Während in Europa der Zweite Weltkrieg tobt, bleibt das französische Protektorat weitestgehend unbehelligt, da es dem Nazi-treuen Vichy-Regime untersteht. Für viele Flüchtlinge ist Casablanca deshalb der erste Anlaufpunkt, um in die USA in Sicherheit zu gelangen. Auch der Widerstandskämpfer Victor Laszlo kommt mit seiner Frau Ilsa Lund in die Stadt. Doch Nazis sind schon hinter ihm her.
Sowohl der Major Strasser als auch der Polizeichef Renault sind Laszlo auf der Spur. Der versucht händeringend, ein Visum für die Überfahr zu ergattern. Dafür braucht er die Hilfe des gestrandeten US-Amerikaners Rick, der bereits im Spanischen Bürgerkrieg gekämpft, nun aber den Glauben verloren hat. Grund dafür ist die schicksalshafte Affäre mit Ilsa Lund, die Rick schon einmal über den Weg gelaufen ist.


„Casablanca“ — Hintergründe


Unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges hat Regisseur Michael Curtiz einen der größten Filmklassiker aller Zeiten produziert, der in einem Zug mit Meisterwerken wie „Vom Winde verweht“ genannt wird. Kaum ein Leinwandpaar ist so schön wie Humphrey Bogart als desillusionierter Abenteurer und Ingrid Bergman als große Verführerin. Eine Konstellation, die eigentlich kein Happy-End zulässt. Doch „Casablanca“ macht das Unmögliche wahr — das Kino siegt über die Wirklichkeit.
Das Drehbuch zu „Casablanca“ basiert auf dem Theaterstück „Everybody Comes to Rick’s“, das am 8. Dezember 1941, einen Tag nach Pearl Harbor und damit am Tag des Kriegseintritts der USA, zu den Produzenten von Warner Bros. geschickt wurde. Die haben der Geschichte einen großen Erfolg prognostizierten. Und damit ein goldenes Händchen bewiesen. „Casablanca“ wurde im Jahr 2002 vom American Film Institut zum besten US-Film aller Zeiten gewählt.


„Casablanca“ — Auszeichnungen


„Ich schau dir in die Augen, Kleines“ — das romantische Drama „Casablanca“ ist nicht nur einer der vielleicht am häufigsten zitierte Film aller Zeiten. Darüber hinaus konnte der Klassiker bei der Oscar-Verleihung 1944 gleich acht Oscar-Nominierungen einfahren. Gewonnen hat der Film schließlich in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bestes adaptiertes Drehbuch.

www.kino.de

Das brandneue Testament

Das brandneue Testament: Skurrile Tragikomödie um Gott, seine kleine Tochter und Menschen, die, als sie ihr Sterbedatum erfahren, wieder Lust am Leben haben.

Gott existiert und lebt in Belgien. Diese Tatsache behält er jedoch für sich und erfreut sich stattdessen vor allem am Unglück seiner Schützlinge. Seine Frau und seine junge Tochter Ea ertragen seine gehässigen Launen meist nur schwer. Ea entschließt sich nach einem Streit mit ihrem Vater dazu, sich in den allmächtigen Computer ihres Vaters einzuloggen und allen Bewohner der Erde eine entscheidende Information zu geben: Der Tag an dem sie sterben werden. Sie ist davon überzeugt, dass die Menschen, anstatt sich von ihrem tristen Alltagsleben beherrschen zu lassen, lieber den spontanen Freuden in ihrer noch verbliebenen Zeit auf Erden hingeben sollen. Fortan regiert natürlich das Chaos. Während die einen ihr Leben nun in vollen Zügen auskosten und sich von einem Hochhaus oder einer Brücke stürzen, gehen die nächsten ihren persönlichen Trieben nach und haben Sex mit einem Gorilla. Gott hat natürlich alle Hände voll zu tun, wieder für Ordnung auf Erden zu sorgen und nebenbei seine launische Tochter unter Kontrolle zu bringen. Die möchte aus Unmut über ihren Vater, lieber ein brandneues Testament veröffentlichen und so eine neue Weltordnung schaffen.

Der belgische Regisseur Jaco Van Dormael konnte mit seinem neuesten Werk auf dem Cannes Filmfestspielen 2015 seine Weltpremiere feiern. Sein bislang fünfter Spielfilm steht seinen bisherigen Werken wie „Mr. Nobody“ oder „Toto der Held“ in nichts nach, was seine fantastische Bildsprache und skurrilen Charakteren anbelangt. Neben dem Gott-Darsteller Poelvoorde und seiner Frau Moreau sind europäische Größen wie Catherine Deneuve und François Damiens zu sehen.
(www.kino.de)

Das Mädchen aus dem Norden

Die 14-jährige Elle Marja stammt aus dem indigenen Volk der Samen und lebt im Schweden der 1930er Jahre. Ihr größter Traum ist es, später einmal Rentierzüchterin zu werden, doch vorerst besucht sie gemeinsam mit ihrer Schwester ein Internat in Lappland. Weil ihr Volk sich tagtäglich Ausgrenzungen und Vorurteilen ausgesetzt sieht, tut sie alles, um die Anerkennung ihrer Lehrerin zu gewinnen. So hofft sie, ihrem Traum von einem selbstbestimmten Leben näher zu kommen. Doch dann wird an ihrer Schule eine „rassenbiologische“ Untersuchung durchgeführt, was für Elle natürlich hochgradig erniedrigend ist. Darum entscheidet sie sich zu einem radikalen Schritt: Sie lässt ihre Familie hinter sich und zieht in die Stadt Uppsala, um endlich auf eigenen Beinen zu stehen und dort ein neues Leben zu beginnen…
(www.filmstarts.de)

„Das Mädchen aus dem Norden“ — Hintergründe

Amanda Kernells hochgelobtes Spielfilmdebüt erzählt von der systematischen Ausgrenzung der Volksgruppe der Sami im Schweden der 1930er-Jahre. Das Mädchen aus dem Norden (internationaler Titel: „Sami Blood“) wurde bei den Filmfestspielen von Venedig und der Berlinale 2017 gezeigt. Vom Europaparlament wurde das Drama mit dem Lux-Filmpreis ausgezeichnet.
(www.kino.de)

 

Das schweigende Klassenzimmer

 

Drama, History, Biografie
D 2018, 111 Min., FSK ab 12

Regie: Lars Kraume
mit: Leonard Scheicher, Tom Gramenz, Lena Klenke

DDR-Drama nach einer wahren Geschichte über eine Schulklasse, die wegen einer menschlichen Geste zu Staatsfeinden erklärt und von der Stasi verfolgt wird.

Eigentlich ist es bloß eine kleine Geste: Die beiden Abiturienten Theo und Kurt haben in der Wochenschau in Westberlin Bilder von der blutigen Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn gesehen. Nun wollen sie in der Klasse eine Schweigeminute für die Opfer abhalten. Doch im Jahr 1956 erregen sie damit die Aufmerksamkeit des Schuldirektors, der Stasi und sogar des Volksbildungsministers.
Das schweigende Klassenzimmer wird bald zum Politikum. Am Druck, der auf die Schüler ausgeübt wird, zerbricht die Illusion einer heilen Welt für die Jugendlichen. Mit immer härteren Mitteln versuchen die Stasi-Vertreter, die Namen der Rädelsführer zu erpressen. Bald gibt es für die Klasse nur noch eine Möglichkeit, dem Druck zu entkommen.

Hintergründe

Nach „Der Staat gegen Fritz Bauer“ meldet sich Regisseur Lars Kraume mit einem Film zurück, der sich abermals mit den Tücken der deutschen Nachkriegszeit auseinandersetzt. Kraume, der auch das Drehbuch zu „Das schweigende Klassenzimmer“ geschrieben hat, erzählt die wahre Geschichte einer Schulklasse, die wegen einer Schweigeminute zu Ehren der Opfer des Volksaufstandes in Ungarn in Ungnade bei der DDR-Obrigkeit fällt.
Tatsächlich zugetragen hat sich die Geschichte 1956 in Storkow. Dietrich Garstka, der damals selbst einer der 20 Schüler war und in den Westen geflohen ist, hat seine Erlebnisse in dem gleichnamigen Sachbuch geschildert. Im Film ist die Geschichte nach Eisenhüttenstadt, ehemals Stalinstadt, verlegt. Grund dafür war, dass in Eisenhüttenstadt noch viele Gebäudekomplexe aus den 50er-Jahren erhalten sind. Die alte Schule in Storkow hingegen wurde inzwischen umgebaut und renoviert.
„Das schweigende Klassenzimmer“ ist in den Kategorien Bester Spielfilm, Bestes Drehbuch, Beste Kamera und Bestes Kostümbild für den Deutschen Filmpreis 2018 nominiert.

Text: kino.de

Der Dritte Mann

Die Stadt Wien ist nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1948 in Besatzungszonen der vier Siegermächte USA, Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien aufgeteilt. Das Zentrum der Stadt bildet eine fünfte internationale Zone, die von den vier Staaten gemeinsam kontrolliert wird. Der amerikanische Schriftsteller Holly Martins, der billige Wildwestromane schreibt, hat kein Geld mehr und möchte seinen Jugendfreund Harry Lime in der österreichischen Hauptstadt besuchen, da dieser ihm Arbeit angeboten hat. Bei seiner Ankunft muss er jedoch erfahren, dass Lime bei einem Autounfall direkt vor seiner Haustür ums Leben gekommen ist. Von dem britische Major Calloway , den er bei der Beerdigung kennenlernt, erfährt Martins, dass sein alter Freund in den Schwarzhandel verwickelt war. Er kann die Vorwürfe nicht glauben und stellt eigene Nachforschungen an, bei denen ihm bald zahlreiche Ungereimtheiten auffallen: Hinter dem Steuer des Unfallwagens saß Limes eigenen Fahrer, außerdem war er mit zwei Bekannten unterwegs. Auch sein Hausarzt war zufällig in der Nähe und stellte noch am Unfallort den Tod fest. Im Verlauf seiner Recherchen begegnet Martins der ehemaligen Geliebten seines verstorbenen Freundes, die Schauspielerin Anna Schmidt , die gerade aus der russischen Besatzungszone fliehen musste. Die Ermittlungen ziehen Martins in einen tödlichen Strudel aus Betrug, Korruption und Mord, doch er kommt der Wahrheit immer näher…

Der Klassiker des Film Noir von Carol Reed beeindruckt vor allem durch die kontrastreichen Bilder von Kameramann Robert Krasker, der dafür bei der Oscarverleihung im Jahr 1951 mit einer der begehrten Trophäen ausgezeichnet wurde. Außerdem wurde der Film in den Kategorien „Beste Regie“ und „Bester Schnitt“ nominiert.

www.kino.de

Der Schatz der Sierra Madre

Drei Abenteurer treffen sich in dem mexikanischen Nest Tampico, um gemeinsam auf Goldsuche zu gehen. In der gottverlassenen Einöde der Sierra Madre finden die drei tatsächlich den gelben Schatz - aber er wird ihnen kein Glück bringen. Das Gold verändert sie. Vor allem Dobbs sät Misstrauen unter den Männern und verdächtigt die anderen zwei, ihn hereinzulegen zu wollen. Am Ende sind zwei der drei Goldsucher tot und der Schatz vom Winde verweht. Regisseur John Huston, einer der Großen des Hollywoodkinos, schuf mit "Der Schatz der Sierra Madre" den Archetyp der für ihn typischen Verlierer-Stories, die ihn fortan nicht mehr losgelassen haben.

www.moviepilot.de

Die defekte Katze

Die defekte Katze: Drama von Susan Gordanshekan über die arrangierte Ehe zwischen einem Deutschen mit iranischer Herkunft und einer Frau, die im Iran geboren wurde.

Kian, Arzt mit iranischer Herkunft, hat schon alles ausprobiert, um eine Partnerin zu finden. Weil er kein Glück hat, versucht er es auf die traditionelle Art: Durch arrangierte Treffen. Fast wie ein Blind Date. So trifft er auf Mina, die im Iran lebt. Eine glühende Romanze ist es nicht. Doch es springt ein Funke über. Die beiden wollen es miteinander versuchen.
Mina zieht nach Deutschland zu Kian. Obwohl beide bemüht sind, es dem anderen so leicht wie möglich zu machen, stehen sie vor vielen Hürden. Mina muss sich erst umgewöhnen. Sie findet keinen Job und muss sich mit einem Dasein als Hausfrau abfinden. Kian geht die alte, hässliche Katze, die Mina gekauft hat, auf die Nerven. Ihre Beziehung ist bald so dysfunktional wie die Katze.

„Die defekte Katze“ — Hintergründe

Das symbolträchtige Drama der iranischstämmigen Regisseurin und Drehbuchautorin Susan Gordanshekan („Eisblumen“) blickt tief in den Alltag einer Ehe. Der Film nimmt dabei hauptsächlich die Perspektive von Mina ein, die von Pegah Ferydoni („Türkisch für Anfänger“) gespielt wird. Ihr gegenüber steht Hadi Khanjanpour, der unter anderem bereits im „Tatort: Böser Boden“ zu sehen war. Mit der vielleicht hässlichsten Katze der Filmgeschichte ist Gordanshekan darüber hinaus ein echter Glücksgriff gelungen, der dem Drama eine weitere Dimension eröffnet.

„Die defekte Katze“ feierte seine Weltpremiere auf der Berlinale 2018 im Rahmen der Perspektive Deutsches Kino.
(www.kino.de)

Die Frau in Gold

Helen Mirren und Ryan Reynolds in einem Film über den zähen achtjährigen Rechtsstreit um die Rückgabe von NS-Raubkunst
Der Film spielt in der Gegenwart, handelt aber von den Wunden der Nazidiktatur: „Die Frau in Gold“ erzählt die wahre Geschichte der in Wien aufgewachsenen Jüdin Maria Altmann (Helen Mirren), die den Besitz von fünf Jugendstilgemälden von Gustav Klimt einfordert, die einst ihren Eltern gehörten und von den braunen Horden beschlagnahmt wurden. Maria gelang die Flucht in die USA, der Rest ihrer Familie starb im KZ. Mit dem jungen Anwalt Randy Schoenberg (Ryan Reynolds) strengt sie einen Prozess zur Rückgabe der Bilder an. Ihre Chancen stehen schlecht: Fürs Wiener Establishment gilt Klimts „Frau in Gold“, das Maria Altmanns Tante zeigt, als „Mona Lisa Österreichs“. So etwas gibt man nicht einfach her, erst recht, wenn das Thema der NS-Raubkunst auf dunkle Flecken der eigenen Vergangenheit verweist. Doch Maria und Randy geben nicht auf. Mit der Hilfe eines linken österreichischen Journalisten (Daniel Brühl) setzen sie 2006 bei einem Schiedsgericht alles auf eine Karte. Regisseur Simon Curtis, der zuvor schon mit „My Week with Marilyn“ einen historischen Stoff bearbeitet hat, gelingt mit „Die Frau in Gold“ ein bewegendes Drama, das um jüdische Identität und den Horror des Holocaust kreist. In geschickt in den Handlungsverlauf eingebetteten Rückblenden wird vom sorglosen Leben der Altmanns vor der Okkupation erzählt, aber auch von der leichtfertigen Annahme, der braune Spuk werde schon bald vorübergehen. Der Naziterror und die Hitler-Begeisterung der Österreicher wird eindringlich dargestellt — man begreift, warum die alte Dame nie wieder einen Fuß auf den Boden dieses Landes setzen wollte. Helen Mirren ist grandios in der Darstellung der Maria Altmann und dominiert jede Szene. Ein mitreißender Film gegen das Vergessen und die Verdrängung der Schuld.

Fazit

Raubkunstdrama über die mutige Auseinandersetzung eines Individuums mit staatlicher Bürokratie
Text: cinema.de

Die Frau, die vorausgeht

Die Frau, die vorausgeht: Biopic mit Jessica Chastain als Catherine Weldon, eine Künstlerin und Aktivistin, die ein Gemälde des legendären Sioux-Häuptlings Sitting Bull gemalt hat.

Als die selbstbewusste New Yorker Künstlerin Catherine Weldon durch ein Erbe zu Geld kommt, beschließt sie, nach North Dakota zu reisen, um ihren Traum wahr zu machen: Sie will den bereits damals legendären Stammeshäuptling der Hunkpapa-Lakota-Sioux kennenlernen und ein Porträt von ihm malen. Doch Sitting Bull ist zuerst skeptisch – zu viel haben die Weißen ihm und seinem Volk bereits genommen. Wenn Weldon ihn malen will, soll sie zuerst 1.000 Dollar bezahlen.
Aus der Anfangs distanzierten Beziehung entwickelt sich bald eine tiefere Freundschaft. Weldon engagiert sich in der National Indian Defense Association, die gegen die Enteignung der amerikanischen Ureinwohner protestiert, und arbeitet schließlich sogar als Sekretärin von Sitting Bull. Die enge Beziehung sorgt vor allem bei den Siedlern für Unmut. Schnell ist Weldon als Konkubine des Stammesführers verschrien. Und auch dem Col. Silas Groves ist Weldons Engagement ein Dorn im Auge. Der Colonel versucht, die letzten Stammesmitglieder auszuhungern, um sie von ihrem Land zu vertreiben.

„Woman Walks Ahead“ — Hintergründe

Das Biopic „Woman Walks Ahead“ von Susanna White („Verräter wie wir“) erzählt die wahre Geschichte der Bürgerrechtsaktivistin und Künstlerin Catherine Weldon. Die gebürtige New Yorkerin reiste im 1889 nach North Dakota auf, um bei den Lakota-Indianern zu leben. Gemeinsam mit ihrem Sohn Christy zog sie in das Lager von Sitting Bull und konnte das Vertrauen des Stammeshäuptlings gewinnen. Als Aktivistin kämpfte Weldon für die Rechte der amerikanischen Ureinwohner. In der Zeit an der Seite als Sekretärin von Sitting Bull vollendete Weldon vier Ölporträts des ikonischen Führers.
Das Drehbuch zu „Woman Walks Ahead“ stammt aus der Feder von Steven Knight, der für das Script zu„Dirty Pretty Things“ bereits für einen Oscar nominiert war. Mit Jessica Chastain („Zero Dark Thirty“) konnte darüber hinaus eine Oscar-nominierte Schauspielerin und eine der profiliertesten Feministinnen Hollywoods für die Hauptrolle gewonnen werden. Den Part des Sitting Bull hat mit Michael Greyeyes („The New World“) ein Angehöriger der First Nations von Kanada übernommen.
(www.kino.de)

Irische Komödie

 

Irische Komödie
GB 1998, 91 Min., FSK: ab 6

Regie: Kirk Jones
mit: Ian Bannen, David Kelly, Fionnula Flanagan

Vergnügliche Komödie über irische Schlitzohren, die den Lottogewinn eines toten Freundes kassieren wollen.
Das verschlafene irische Dorf Tullymore gerät in Aufruhr als bekannt wird, dass einer der Einwohner im Lotto gewonnen hat. In dem Film versucht der gewitzte Rentner Jackie O’Shea zusammen mit seinem besten Freund Michael Sullivan den glücklichen Gewinner Ned Devine, der vor Freude mit dem Ticket in der Hand gestorben ist, wieder auferstehen zu lassen. Jackie glaubt, dass Ned ihm mit seinem Tod ein Geschenk machen wollte und so versuchen Michael und er die Lottogesellschaft hinters Licht zu führen um den Gewinn für sich zu beanspruchen. Schnell gerät die kleine Lüge außer Kontrolle und das ganze Dorf muss in den Plan eingeweiht werden. Dabei kommt auch die eine oder andere Wahrheit ungewollt ans Licht…

Obwohl die Geschichte in Irland spielt, wurde auf der Isle of Man vor Schottland gedreht, wo das fiktive Dörfchen Tullymore extra erschaffen wurde. Die dort entstandenen Landschaftsaufnahmen und die Musik bereichern den Film deutlich. Vor allem sind es aber die skurrilen, zumeist liebenswerten Charaktere und eine nahezu unumstößliche Dorf-Solidarität, die den Film erst richtig zum Leben erwecken.
Text: moviepilot.de

Kindeswohl

Kindeswohl: In dem Gerichtsdrama muss Emma Thompson als Richterin entscheiden, ob ein Kind eine lebensrettende Behandlung erhält, obwohl diese seiner Religion widerspricht.

Der junge Adam leidet an Leukämie, eine Bluttransfusion könnte sein Leben retten. Weil er als gläubiger Zeuge Jehovas aufgewachsen ist, lehnt Adam die Behandlung ab. Die Seele liegt im Blut, eine Transfusion widerspricht seiner Religion. In drei Monaten wird Adam 18 Jahre alt. Vor dem Gesetz ist er noch ein Kind. Tatsächlich handelt es sich jedoch um einen reflektierten, intelligenten Teenager, der von seiner Entscheidung nicht abzubringen ist.
Die kinderlose Familienrichterin Fiona Maye ist eine hochgeachtete Expertin. Die Karriere geht vor den Beruf. Ihr Privatleben, die Ehe mit dem amerikanischen Professor Jack liegt in Scherben. Intim waren die beiden schon lange nicht mehr. Als Jack darum bittet, eine Affäre mit einer jüngeren Frau beginnen zu dürfen, bricht Fiona zusammen. Da wird sie abberufen, um im Fall von Adam zu entscheiden. Kann sie den Jugendlichen zum Leben zwingen, obwohl es seiner religiösen Überzeugung widerspricht?

„Kindeswohl“ — Hintergründe

Autor Ian McEwan, dessen Romane bereits mehrfach erfolgreich verfilmt wurden („Abbitte“ und „Am Strand„), hat für das Gerichtsdrama „Kindeswohl“ selbst das Drehbuch von seinem gleichnamigen Bestseller adaptiert. Die Regie führte Richard Eyre („Der Andere„), der „Kindeswohl“ als elegantes Gerichtsdrama mit einer hochgelobten Emma Thompson („Die Schöne und das Biest„) in der Hauptrolle inszeniert. Die Rolle des jungen Adam wird von dem britischen Newcomer und „Dunkirk„-Star Fionn Whitehead übernommen. (www.kino.de)

Mackie Messer

Mackie Messer - Brechts 3Groschenfilm: Historisches Drama um die Dreharbeiten zur Verfilmung von Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“, die wegen eines Konfliktes mit dem Produktionsstudio scheiterten.

Berlin der 1920er Jahre: Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit, eine erstarkende rechte Bewegung verwandeln die Metropole zum Pulverfass. In dieser Zeit führt Bertolt Brecht seinen Welterfolg die „Dreigroschenoper“ zum ersten Mal auf. Das Publikum ist begeistert. Die Lieder von Kurt Weill entwickeln sich zu echten Gassenhauern. Schnell entstehen erste Pläne, die Geschichte zu verfilmen.
Noch im Jahr 1928 schreibt Brecht das Treatment für den geplanten Film. Wie in der Dreigroschenoper soll es um den Gangsterboss Macheath gehen, der sich in Polly, die Tochter seines Konkurrenten Peachum, verliebt. Doch das Filmprojekt steht unter einem schlechten Stern. Brecht plant ein soziales Experiment. Dem Studio geht es ums schnelle Geld. Schließlich führt Brecht sogar ein Gerichtsverfahren gegen das Studio.

Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“ — Hintergründe

Die Konstruktion von Joachim A. Langs („George“) „Dreigroschenfilm“ ist nicht unbedingt einfach, basiert aber auf der realen Entstehungsgeschichte einer von Brecht geplanten Verfilmung seiner „Dreigroschenoper“. Das Projekt ist gescheitert und konnte von Brecht nie vollendet werden. Langs Historiendrama behandelt nicht nur diese Entstehungsgeschichte mit Lars Eidinger („Personal Shopper“). Als Film im Film ist auch die Geschichte des Gangsterbosses Mackie Messer zu sehen, der von Tobias Moretti („Die Hölle – Inferno“) gespielt wird.
Die Welthits aus der „Dreigroschenoper“ werden im Kinofilm von Max Raabe („Nacht über Berlin“) gesungen, begleitet von den Musikern des SWR Symphonieorchesters.
(www.kino.de)

MADAME

 

Tragikomödie
F 2018, 91 Min., FSK: ab 0

Regie: Amanda Sthers
mit: Toni Collette, Harvey Keitel, Rossy de Palma

Anne und Bob sind ein amerikanisches Ehepaar, das sich in Paris niedergelassen hat. Nun wollen sie bei sich zu Hause ein Dinner für ein Dutzend wohlhabender und angesehener Gäste geben - die Elite der französischen, englischen und spanischen Gesellschaft. Dann allerdings kündigt Bobs Sohn aus erster Ehe kurzfristig seinen Besuch an, womit die Anzahl der Gäste auf 13 steigt.
Weil Anne abergläubisch ist und ein Unglück befürchtet, bittet sie daraufhin ihr spanisches Hausmädchen Maria, ihre Uniform für diese eine Nacht abzulegen und sich ihren wichtigen Gästen gegenüber als eine reiche spanische Erbin und Freundin der Familie auszugeben. Platziert neben dem britischen Aristokraten und Kunstexperten David, hat Maria wider allen Erwartungen tatsächlich einen schönen Abend.
Mit dem Abendessen endet Marias Abenteuer allerdings nicht, denn der Engländer verfällt ihrem Charme und will sie wiedersehen, weshalb sie die Maskerade der wohlhabenden Spanierin aufrechterhält. Als Anne allerdings sieht, wie die indirekt von ihr angezettelte Romanze zwischen den beiden erblüht, führt ihr das ihre eigene lieblose Ehe vor Augen und erschüttert ihre Vorstellungen von standesgemäßen Beziehungen. Also setzt sie alles daran, das neue Liebesglück im Keim zu ersticken.
Text: moviepilot.de

Naomis Reise

Naomis Reise: Hochgelobtes Justizdrama von Frieder Schlaich über die junge Peruanerin Naomi, deren Schwester durch ihren deutschen Ehemann ermordet wurde.

Während die 20-jährige Naomi bei ihrer Familie in Peru geblieben ist, scheint es ihre große Schwester Mariella geschafft zu haben. Die 28-Jährige hat einen deutschen Ehemann gefunden und lebt nun im reichen Europa. Regelmäßig telefonieren die Geschwister via Skype miteinander, auch Naomi träumt davon, Peru eines Tages verlassen zu können. Dann erhält sie eine schreckliche Nachricht: Ihre Schwester wurde ermordet.
Gemeinsam mit ihrer Mutter Elena fährt Naomi nach Deutschland, um dem Prozess beizuwohnen. Angeklagt ist Mariellas Ehemann Bernd. Der Prozess wirft ein Schlaglicht auf den Sextourismus und Heiratsmarkt, der von der Hoffnung angetrieben wird, in Europa ein besseres Leben zu finden. Stück für Stück erfährt Naomi, welches Leben ihre Schwester in Deutschland wirklich geführt hat. Das Urteil scheint jedoch keinesfalls klar. Denn Bernd kann sich darauf berufen, von einer Quasi-Prostituierten ausgebeutet worden zu sein.

„Naomis Reise“ — Hintergründe

Regisseur Frieder Schlaich erzählt ein aufwühlendes Gerichtsdrama, das tief in die Realität der bundesdeutschen Gesellschaft blicken lässt, in der Rassismus und Ausbeutung immer noch zum Alltag gehören. Als Vorlage für die Geschichte dienten der Drehbuchautorin Claudia Schaefer („Weil ich schöner bin“) verschiedene Gerichtsverfahren, die zum einem Prozess komponiert wurden. Um die Parabel noch authentischer zu gestalten hat Schlaich die Rollen des Gerichtspersonals mit tatsächlichen Anwälten und Richtern besetzt.
(www.kino.de)