Der Film begleitet Joan Salomon aus New York bei einem Besuch in Essenheim (bei Mainz). Ihre jüdische Familie musste das rheinhessische Dorf 1934 verlassen, die Anfeindungen waren nach der Machtergreifung durch die Nazis zu groß geworden. Nur ihrer Mutter gelang es, nach Amerika auszuwandern, ihre Großmutter und ihre Tante kamen im Konzentrationslager ums Leben. Auf den Spuren der Vergangenheit trifft sie alte Essenheimerinnen, die ihre Familie gekannt haben.

In dem Ort, der auch der ihre hätte sein können, wird sie freundlich aufgenommen. Die älteste Einwohnerin, geboren 1920, ist mit der jüngeren Schwester ihrer Mutter zusammen zur Schule gegangen, sie waren gut befreundet. Eine andere Essenheimerin erzählt ihr, wie es nach der Reichspogromnacht in der demolierten Synagoge aussah.

Joan Salomon wurde 1945 in New York geboren, aber die Vergangenheit hat auch ihr Leben bestimmt. Ihre Mutter hat sich nie verziehen, dass es ihr nicht gelungen war, den Rest der Familie nach Amerika zu holen. Ihrer Tochter erzählte sie daher kaum etwas über ihr Leben in Deutschland. Und dennoch empfindet Joan Salomon eine große Nähe zu dem Weindorf und freut sich über jede Kleinigkeit, die sie über ihre Familie erfährt.

Der Film beschreibt den Wunsch nach Heimat, die Suche nach der Herkunft, aber auch den Umgang mit der Vergangenheit bei denen, die nie weg waren. Er erzählt Geschichte und Geschichten, die bald verloren sein werden, weil niemand sie mehr erzählen kann.

Drei Stolpersteine erinnern in Essenheim an die Familie Mayer. Helina Mayer war die Mutter von Joan Salomon. Als sie 1934 mit guten Noten das Abitur bestanden hatte, wurde der Jüdin nicht erlaubt zu studieren. Mit Bürojobs verdiente sie sich das Geld für die Überfahrt nach Amerika.

Die Familie betrieb in Essenheim einen kleinen Kolonialwarenladen. Das waren arme Leute, erzählt die Freundin ihrer Tante, aber herzensgut. Sie war oft bei ihnen zu Besuch und erinnert sich ungern daran, dass die Familie den Ort verlassen musste. Ihre Freundin Ruth und deren Mutter Jettchen wurden gezwungen, in Mainz in einem Judenhaus zu leben, und dann nach Treblinka deportiert.

Im Nachlass ihrer Mutter fand Joan Salomon Briefe, die diese Anfang der 40er Jahre, als sie bereits in Amerika war, von ihrer Mutter aus Deutschland erhalten hatte. Erschütternde Dokumente, die zeigen, wie drängend ihre Großmutter Deutschland verlassen wollte. In dem Dokumentarfilm liest die Enkelin daraus vor.

„I’ve survived with a survivor“ – Ich habe mit einer Überlebenden überlebt, erzählt Joan Salomon von dem schwierigen Verhältnis zu ihrer Mutter. Sie hat ihr verwehrt, Deutsch zu sprechen, und darauf bestanden, dass sie Amerikanerin ist. Erst jetzt fängt sie an, die Sprache ihrer Vorfahren zu lernen.