Alles außer gewöhnlich

Fr  10.12.2021, 19.30 Uhr             
So  12.12.2021, 17.00 Uhr
 
Komödie
Frankreich, Filmstart 2019, 115 Min., FSK ab 6 
    
Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache
Mit: Vincent Cassel, Reda Kateb, Bryan Mialoundama
 

Alles auer gewoehnlich Plakat 01 700

©Prokino 

Der Alltag von Bruno und Malik könnte sicherlich einfacher sein. Gemeinsam leiten sie eine Einrichtung für Jugendliche, die starke autistische Neigungen zeigen. Tagtäglich werden sie von vielen Kliniken angerufen, die ihre Mithilfe anfordern. In der Einrichtung landen zunächst nur die größten Problemfälle. Doch für Bruno und Malik steht fest, dass jeder eine Chance verdient hat.

Mit behutsamen wie liebevollen Methoden wird versucht, die Jugendlichen in den sozialen Alltag zu reintegrieren. Kein leichtes Unterfangen, in dem die Betreuer selbst von Anfällen und Attacken der Kids ausgesetzt sind. Bei einer Prüfung ihrer Einrichtung steht jedoch die Hiobsbotschaft im Raum: Die Inspekteure haben Brunos Einrichtung im Visier und könnten aufgrund seiner unkonventionellen Art die Schließung der Einrichtung bezwecken.  Die Sicherheit der Kinder stünde im Vordergrund, doch was die Kinder wirklich brauchen, ist Zuneigung, Wärme und ein offenes Ohr ihrer Betreuer.

Mit ihrem Drama „Alles außer gewöhnlich“ erfüllen sich die Regisseure Éric Toledano und Olivier Nakache (beide „Ziemlich beste Freunde“ und „Heute bin ich Samba“) einen lang gehegten Traum. Seit 20 Jahren verfolgen sie das Leben der Betreuer Stéphane Benhamou und Daoud Tatou, die in St. Denis soziale Vereine für den Schutz von autistischen Kindern leiten. Der Wunsch, aus der zutiefst berührenden Arbeit einen Spielfilm für die Leinwand zu inszenieren, besteht mindestens ebenso lang.

2015 inszenierten sie einen dokumentarischen Kurzfilm mit dem Titel „Man müsste einen Spielfilm daraus machen“. Der Spielfilm „Alles außer gewöhnlich“ ging im Anschluss in die lange Vorproduktion. Über zwei Jahre lang beobachteten sie die Fälle von Benhamou und Tatou, die gezeigten Fälle im Film sind von realen Ereignissen inspiriert. Ihr Spielfilm wird zum Plädoyer für mehr Verständnis und ist zugleich ein behutsames Zeugnis von einem komplexen System zwischen Betreuern, Jugendlichen, Eltern, Ärzten und dem Sozialamt.

Als Abschlussfilm der Cannes Filmfestspiele 2019 überzeugte das Drama Kritiker wie Publikum gleichermaßen.  

Als wir tanzten

Fr  29.10.2021, 19.30 Uhr      
So  31.10.2021, 17.00 Uhr
 
Drama, Liebesfilm
Schweden, Georgien, Frankreich, Kinostart 2020, 112 Min., FSK ab 12
 
Regie: Levan Akin
Mit: Levan Gelbakhiani, Tamar Bukhnikashvili, Bachi Valishvili
 
 

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 ©Salzgeber

Merab ist Student an der Akademie des Georgischen Nationalballetts in Tiflis. Sein größter Traum ist es, professioneller Tänzer zu werden. Als Irakli neu in die Klasse kommt, sieht Merab in ihm zunächst einen ernstzunehmenden Rivalen auf den ersehnten Platz im festen Ensemble. Doch aus der Konkurrenz wird bald ein immer stärkeres Begehren. Im homophoben Umfeld der Schule, in der konservative Vorstellungen von Männlichkeit hochgehalten werden, wird von den beiden jedoch erwartet, dass sie ihre Liebe geheim halten.  

Der Mauretanier

Fr  15. 10.2021, 19.30 Uhr      
So  17.10.2021, 17.00 Uhr
 
Drama, Politthriller
Großbritannien, USA Kinostart 2021
130 Min., FSK ab 12
 
Regie: Kevin Macdonald
Mit:  Jodie Foster, Tahar Rahim, Shailene Woodley,
Benedict Cumberbatch, Zachary Levi, Saamer Usmani
 

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©Tobis

 

Auf wahren Begebenheiten basierender Thriller über einen Inhaftierten in Guantanamo Bay, der 14 Jahre eingesperrt ist, ohne dass eine Anklage vorliegt.
Die Terroranschläge am 11. September 2001 sind nicht nur ein Schock für die US-amerikanische Gesellschaft, sondern fortan Mittel zum Zweck, um selbst harte Urteile gegen vermeintliche Terroristen auszusprechen. Als einen der vermeintlichen Drahtzieher von al-Qaida hat die CIA Mohammedou Ould Slahi ausgemacht, der in den frühen 1990er Jahren Ausbildungscamps in Afghanistan besuchte, im Anschluss nach eigenen Aussagen jegliche Kontakte zu al-Qaida abbrach.
Zunächst wird Slahi nach Jordanien überführt, wo er mehrere Monate gefoltert wird. Nach zwei Wochen Inhaftierung in Afghanistan wird er am 4. August 2002 nach Guantánamo Bay nach Kuba überführt und untersteht den US-Behörden. In dieser Zeit beginnt die wahre Tortur für Slahi als Gefangener Nummer 760. 2003 gibt General Geoffrey D. Miller einen Vernehmungsplan frei, der Schlafentzug, starke Temperaturschwankungen, Einzelhaft, Tötungssimulationen, sexuelle Übergriffe sowie Dauerlärm vorsieht. Während dieser Zeit der Folter gesteht er in Vernehmungen die gegen ihn erhobenen Vorwürfe, später revidiert er diese.
Die Anwältinnen Nancy Hollander (Jodie Foster) sowie Teri Duncan nehmen sich seines Falles an. Vor dem Militärgericht plädiert die Anklage um Lt. Col. V. Stuart Couch sogar für seine Freilassung, da all seine Aussagen unter Folter stattgefunden haben. Doch für Slahi ändert sich im Gefängnis wenig.
Er beginnt ein Buch zu schreiben mit dem Titel „Guantanamo Diary“, das 2005 veröffentlicht wurde. Erst am 17. Oktober 2016 wurde er aus dem Gefängnis in Kuba freigelassen.

Einer nach dem Anderen

Fr  22.10.2021, 19.30 Uhr        
So  24.10.2021, 17.00 Uhr    
 
Actionkomödie
Norwegen 2014, 117 Min.,
FSK ab 16
 
Regie: Hans Petter Moland
Mit: Stellan Skarsgård, Kristofer Hivju, Pål Sverre Valheim Hagen
 

einer nach dem anderen 

©Neue Visionen

Tiefschwarze Actionkomödie um einen Schweden, der auf blutigen Rachefeldzug geht.


Die Schneeräumung ist eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit. Nils geht ihr mit so einnehmender Zuverlässigkeit nach, dass er zum Bürger des Jahres gewählt wird.
Doch schon kurz darauf verkehren sich die Vorzeichen von Nils' Ordnungsliebe. Als sein Sohn zufällig Opfer einer fatalen Verwechslung der Mafia wird, gerät der beste Bürger in einen ausschweifenden Drogenkrieg. Nils will seinen Sohn rächen und macht sich auf zu einer Reise an den Ursprung des Verbrechens. Einen Auftragskiller nach dem nächsten bringt er so akribisch zu Fall wie er einst seine Mitbürger von unerwünschten Schneemassen befreit hatte. Je mehr hochrangige Gesetzlose Nils aus der Welt schafft, desto verwundbarer wird das System. Bandenführer Papa, der mit der Drogenmafia auf Kriegsfuß steht, wittert neue Chancen, die ungeliebten Konkurrenten ein für allemal aus dem Weg zu räumen.
Es entspinnt sich ein kaum zu entwirrender, aber dafür umso komischerer Drogenkrieg, in dessen Zentrum Nils für so manche Überraschung sorgt. Wo statt mit Schnee fontänenweise mit Auftragskillern aufgeräumt wird, muss die sensible Balance zwischen ziviler Ordnung und krimineller Kultur aus den Fugen geraten.


In der Rolle des serbischen Mafia-Chefs ist Bruno Ganz zu sehen, der mit einem wunderbaren Akzent einen eingestaubten Patriarchen verkörpert.

Herr Bachmann und seine Klasse

Fr  05.11.2021, 19.30 Uhr    
     
Dokumentarfilm, Deutschland, 2021, 217 Min., FSK ab 0
Deutscher Filmpreis 2021
 
Regie: Maria Speth
 
 

Herr Bachmann

 ©Grandfilm

 

Die vierstündige Dokumentation von Regisseurin Maria Speth („ 9 Leben“) feierte bei der Berlinale 2021 die Uraufführung im Rahmen des Wettbewerbs. Dort wurde die einfühlsame Dokumentation nicht nur mit dem Preis der Jury ausgezeichnet, sondern gewann den Berlinale Publikums-Preis für den besten Wettbewerbsfilm im Sommer 2021.

In der hessischen Kleinstadt Stadtallendorf unterrichtet Herr Bachmann die sechste Klasse. Seine Schüler*innen sind nicht älter als 12 bis 14 Jahre, stammen aus zwölf verschiedenen Ländern und sprechen teils noch kein Deutsch. Die Industriestadt weist einen hohen Anteil von Bewohner*innen ausländischer Herkunft auf.

Bald wird der empathische Pädagoge in Pension gehen. Zuvor will er bei seinen Schüler*innen die Neugier auf verschiedene Themengebiete, Kulturen, Bräuchen und das Leben wecken. Seine Unterrichtsfächer sind unter anderem Mathe und Deutsch, doch den Lehrstoff kombiniert er mit täglichem Musizieren und persönlichen Gesprächen.

Dieter Bachmann fordert seine Schüler*innen auch im höflichen Umgang miteinander heraus. Auf der Suche nach Identität und dem Heimatgefühl in Deutschland, soll jedem Einzelnen das Gefühl von Wert vermittelt werden. Mobbing soll in seiner Klasse kein Thema werden, zuvor finden intensive Gespräche miteinander statt. Dabei kommen auch von den Kindern selbst Impulse, die über ihre Ängste, Probleme und Wünsche für das weitere Leben sprechen wollen.

 

Little Woman

Fr  12..11.2021, 19.30 Uhr             
So  14.11.2021, 17.00 Uhr      
 
Drama, Liebesfilm
USA, Filmstart 2020, 135 Min., FSK ab 0
 
Regie: Greta Gerwig
Mit: Florence Pugh, Saoirse Ronan, Emma Watson,
Meryl Streep, Timothée Chalamet
 

little women

 ©Sony


Starbesetzte Buchverfilmung der viel rezipierten Romane von Louisa May Alcott. 

Über sechs Nominierungen, unter anderen als Bester Film, bei den Oscars 2020 darf sich Greta Gerwigs Romanadaption „Little Women“ freuen. Die Auszeichnung erfolgt für das Beste Kostüm.

Die vier March-Schwestern Jo, Meg, Amy und Beth wachsen Mitte des 19. Jahrhunderts in der von starren Geschlechterrollen dominierten Gesellschaft der Vereinigten Staaten auf. Je älter sie werden, desto mehr müssen sie einsehen, welche Hindernisse ihnen bei ihrer Selbstbehauptung als Frauen in den Weg dadurch in den Weg gelegt werden. Gleichzeitig wird ihnen dadurch aber auch klar, wie sehr sie sich letzten Endes doch unterscheiden. Während die stolze Jo etwa Schriftstellerin werden will und das gesellschaftliche Rollendiktat der Ehefrau und Mutter verachtet, folgt Meg ihrem Herzen in die Heirat. Amy hingegen will ihrer Einzigartigkeit durch die Malerei ausdrücken. In der Männerwelt werden die vier Frauen oft kritisch beäugt - mit Ausnahme des jungen Laurie , der sich für Jo interessiert.

 

The Father

Fr  17. 12.2021, 19.30 Uhr           
So  19.12.2021, 17.00 Uhr    
 
Drama
Frankreich, Großbritannien, Filmstart 2021, 98 Min., FSK ab 6 
 
Regie: Florian Zeller
Mit: Anthony Hopkins, Olivia Colman, Mark Gatiss
 

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 ©Tobis

Drama mit Anthony Hopkins und Olivia Colman um einen dementen Vater, der sich mit 80 Jahren weigert, neben seiner Tochter häusliche Pflege anzunehmen.

Mit 80 Jahren lebt Anthony weiterhin in seiner großen Wohnung in London. Seine Tochter Anne zieht zu ihm, um sich fortan um ihn zu kümmern. Ihr Vater leidet an Demenz. Während sie nach und nach die Geduld mit ihrem sturen Vater verliert, der häusliche Hilfe gänzlich ablehnt, durchlebt ihr Vater die Momente der Krankheit ohne zu wissen, wann sich seine Wahrnehmung ändert. Mal befinden sich seine Schätze woanders, mal läuft eine wildfremde Frau in seine Wohnung, die behauptet seine Tochter zu sein.

Als Anne die junge Pflegerin Laura engagiert, gibt sich ihr Vater als der Charmeur und verspielte Mann, den Anne aus ihrer Jugend kannte. Doch wenn die Krankheit ihre dunklen Seiten zeigt, ist sie die erste, die in der Schusslinie steht. Während die Wahrnehmung von Anthony weiter abdriftet, müssen sich Anne und ihr Partner Paul die Frage stellen, wie lang sie noch in der Wohnung verweilen können.

Selten hat ein Film die Schwere der Demenzkrankheit in voller Wirkung gezeigt, wie es „The Father“ von Regisseur Florian Zeller getan hat. Basierend auf seinem eigenen Theaterstück „The Father“ schildert der französische Regisseur in seinem Debütfilm die Demenzkrankheit aus der Sicht desjenigen, der an der Krankheit leidet. So wird ein akkurates Bild gezeichnet, das auch Angehörigen von Demenzkranken zeigt, wie schockierend schon kleinste Änderungen im Alltag ihrer Liebsten sein können.

In der Hauptrolle brilliert Anthony Hopkins einmal mehr in seiner beachtlichen Karriere. Mit Olivia Colman wurde ihm eine ebenbürtige Schauspielerin in der Rolle der verzweifelten Tochter zur Seite gestellt.  

Unterwegs mit Jacqueline

Fr  26.11.2021, 19.30 Uhr
So 28.11.2021, 17.00 Uhr

Komödie und Roadmovie
Frankreich 2016, 92 Min., FSK ab 0

Regie: Mohamed Hamidi
Mit Fatsah Bouyahmed, Lambert Wilson, Jamel Debbouze

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unterwegs web

©Alamode Film

Japanische Wagyū-Rinder, insbesondere jene Arten aus der Region Kobe, sind berühmt für ihr fein geädertes, qualitativ hochwertiges Fleisch. Der arme algerische Bauer Fatah (Fatsah Bouyahmed) weiß sicher nichts davon, dass die teuren Tiere aus dem fernen Osten in den Genuss von Musikbeschallung und Massagen kommen, trotzdem verhätschelt der schrullige Vater zweier Töchter seine einzige Kuh Jacqueline nach demselben Prinzip:

Er lässt seinem großen Stolz auf vier Beinen täglich liebevolle Striegeleinheiten zukommen, dazu singt er Jacqueline Chansons vor und spricht mit ihr Französisch - schließlich soll sich das Tarentaise-Rind auch im algerischen Exil heimisch fühlen.

Jahr für Jahr schreibt Fatah zudem die Landwirtschaftsmesse in Paris an, um dort seine schöne Kuh präsentieren zu können, die von den Dorfbewohnern schon spöttisch als seine Zweitfrau bezeichnet wird. Als die erhoffte Einladung zur Messe doch noch kommt, legt das ganze Dorf aber zusammen, um dem frankophilen Fatah die Fähre nach Marseille zu bezahlen. In Mohamed Hamidis liebenswert-naiver Road-Movie-Komödie lebt der algerische Bauer seinen Traum, indem er sich mit seiner Kuh auf den Weg in die französische Hauptstadt macht und damit zum Dorfhelden aufsteigt.


„Unterwegs mit Jacqueline“: Hintergrundinformationen
Nach den französischen Kassenschlagern „Ziemlich Beste Freunde“ und „Der Auftragslover“ trat das Produzententeam erneut zusammen, um die französische Feel-Good-Komödie über die Verwirklichung von Träumen und Freundschaft auf die große Leinwand zu bringen. Auf dem ungewöhnlichen Roadtrip durch Frankreich ist der gefeierte Komiker Fatsah Bouyahmed in der Hauptrolle des naiven Fatah zu sehen.

Vergiftete Wahrheit

Fr  19.11.21, 19.30 Uhr        
So  21.11.21, 17.00 Uhr 
 
Drama, Ökokrimi
USA, Filmstart 2020, 128 Min., FSK ab 6
 
Regie: Todd Haynes      
Mit: Mark Ruffalo, Anne Hathaway, Tim Robbins,
Bill Camp,Victor Garber, Mare Winningham,
William Jackson Harper, Bill Pullman
 

vergiftete wahrheit

 ©Tobis

Cincinnati, 1998. Der erfolgreiche Wirtschaftsanwalt Rob Bilott gerät in einen Zwiespalt, als ihn zwei Farmer auf merkwürdige Vorgänge in Parkersburg, West Virginia, aufmerksam machen, wo eine große Zahl von Kühen auf rätselhafte Weise verendet ist. Die Farmer vermuten dahinter den Chemiekonzern DuPont, für den Bilott selbst als Anwalt arbeitet. Trotz dieses Interessenskonflikts will der gewissenhafte Jurist den Fall vorbehaltlos aufklären und findet tatsächlich schnell belastende Indizien, die auf einen Umweltskandal von ungeheurem Ausmaß hindeuten. Unterstützt von seinem Boss Tom Terp und seiner Frau Sarah stürzt sich Bilott aufopferungsvoll in eine langwierige Auseinandersetzung, die ihn seinen Ruf, seine Gesundheit, privates Glück und vielleicht sogar sein Leben kosten könnte...

VERGIFTETE WAHRHEIT (DARK WATERS) erzählt die wahre Geschichte des Anwalts Rob Bilott, der es im Alleingang mit einem der weltweit größten Chemiekonzerne aufnahm und den sogenannten Teflon-Skandal ans Licht brachte. Seinen aufopferungsvollen Kampf, für den Bilott bereits 2017 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde, inszenierte Erfolgsregisseur Todd Haynes präzise und punktgenau als packenden Wirtschaftsthriller.

  

Was kostet die Welt

Fr  03.12.2021, 19.30 Uhr            
        
Dokumentarfilm
Deutschland, Filmstart 2019, 95 Min., FSK ab 0
 
Regie: Bettina Borgfeld
 
 

was kostet

 ©Barnsteiner

Sark, die im Ärmelkanal gelegene, kleine Insel, war Europas letzter Feudalstaat. Einst britischer Kronbesitz fanden die ersten demokratischen Wahlen hier erst vor 10 Jahren statt. Keiner der rund 600 Einwohner besaß bislang das Land, auf dem er lebte. Das Leben war einfach und beruhte mehr auf gegenseitigem Vertrauen als auf Gesetzesvorgaben.

Aber eine neue Macht verändert das beschauliche Inselleben: Zwei Milliardäre beginnen das Land aufzukaufen, Weinfelder anzulegen und erwerben vier der sechs Hotels. Ihre Firmen besitzen bis jetzt ein Drittel der gesamten Landfläche. Das Inselparlament versucht sich den Maßnahmen entgegen zu setzen, doch die Investoren scheuen keine Kosten und Mühen um ihre Interessen durchzusetzen.

Vor idyllischer Kulisse entfaltet sich ein erbitterter Kampf um Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit sowie die Auslegung der Rechtslage. So wirft der Film fundamentale, aktuelle Fragen auf nach sozialer Verantwortung, den Schlupflöchern der Finanzindustrie und den Herausforderungen, vor denen diejenigen stehen, die diesen Strategien auf die Spur kommen oder sich ihnen widersetzen wollen.