Ammonite

 
Fr, 13.05.2022, 19.30 Uhr
So, 15.05.2022, 17.00 Uhr
 
Drama, Liebesfilm
Großbritannien, Kinostart 2021, 118 Min., FSK ab 12
 
Regie: Francis Lee
Mit: Saoirse Ronan, Kate Winslet, Fiona Shaw
 

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©Tobis

Romantisches Historiendrama über die Fossiliensammlerin Mary Anning und ihre fiktive Beziehung zur Frau eines Geologen

England in den 1840er-Jahren: Die strebsame Mary Anning lebt ein beschauliches, wenn auch hartes Leben an der südlichen Küste Englands in Lyme Regis. Sie sammelt Fossilien, verkauft sie an wohlhabende Touristen, nicht selten an renommierte Geologen, die ihre Funde im Museum ausstellen. Obwohl ihre Arbeit von den Wissenschaftlern anerkannt und geschätzt wird, lebt sie in Isolation und Armut.
Als der schottische Geologe Roderick Murchison eine Europareise beginnt, reist er zunächst zur Paläontologin der ersten Stunde mit einer besonderen Bitte. Sie möge seine junge Ehefrau Charlotte Murchison für die Dauer seiner Reise aufnehmen. Vor Kurzem hat sie eine schwere Tragödie durchlitten, die seelischen Wunden sind noch immer zu spüren.
Des Geldes wegen nimmt Anning das Angebot widerwillig an. Obwohl die beiden Frauen aus unterschiedlichen Welten stammen, entwickeln sie an der Küste Englands schon bald ein inniges Band. Mit der Erkenntnis, dass sie einander eine Gefährtin in der Einsamkeit sein können, beginnt zwischen den Frauen eine zarte wie geheime Liebesaffäre, die von ihresgleichen verachtet werden würde.

  

Beckenrand Sheriff

Fr, 18.03.2022, 19.30 Uhr             
So, 20.03.2022, 17.00 Uhr
 

Komödie

Deutschland, Kinostart 2021, 114 Min, FSK ab 6

Regie: Marcus H. Rosenmüller
Mit: Milan Peschel, Sebastian Bezzel, Gisela Schneeberger, Rick Kavanian, Johanna Wokalek, Dimitri Abold

Wir starten an diesem Wochenende den Kinobetrieb wieder.
Zur Feier des Tages gibt es am Freitag ein Glas Sekt zur Begrüßung.
 

beckenrand klein

©Leonine Distrubution

Nominiert für den deutschen Filmpreis

Zu alt, zu teuer und nicht mehr tragbar! Das Freibad in Grubberg muss geschlossen werden, findet die Bürgermeisterin. Die Chance für Bauherr Albert Dengler: Die freie Fläche bietet jede Menge Platz für neue Wohnungen. Dafür würde er das alte Bad sogar kostenlos abreißen. Doch die beiden haben die Rechnung ohne Karl gemacht. Denn er ist hier nicht nur der Bademeister, er ist der Schwimmmeister, der Beckenrandsheriff! Seit über 30 Jahren und daran soll sich gefälligst auch nichts ändern! Um das Freibad zu retten, müsste ein Bürgerbegehren her. Doch woher soll Karl die benötigten 600 Unterschriften kriegen? Nicht mal die wenigen verbliebenen Badegäste sind gut auf ihn zu sprechen. Vor allem mit Dr. Rieger legt er sich ständig an. Der schafft es aber auch einfach nicht, vom 5-Meter-Turm zu springen – und der Sprungturm ist ja schließlich kein Stehturm! Selbst Sali , der nigerianische Bademeister-Azubi, ist besser integriert als Karl, obwohl er eigentlich nur so schnell wie möglich aus Deutschland raus und nach Kanada möchte. Erst als Sali Lisa kennenlernt, eine Ex-Profi-Schwimmerin, die heimlich nachts ihre Runden im Freibad zieht, wird’s kompliziert. Soll er doch lieber in Deutschland bleiben und Karl helfen? Und mit dem Freibad auch Lisas Zufluchtsort retten?

Der Rosengarten von Madame Vernet

 
Fr, 27.05.2022, 19.30 Uhr
So, 29.05.2022, 17.00 Uhr
 
Komödie
Frankreich, Kinostart 2021, 96 min., FSK ab 6
 
Regie: Pierre Pinaud
Mit: Catherine Frot, Melan Omerta, Fatsah Bouyahmed
 
 

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 ©Neue Vision

Eve führt eine traditionsreiche Gärtnerei im französischen Burgund. Ihr Vater, ein begnadeter Rosenmeister, hat sie von Kindheit an in die edle Kunst der Rosenzüchtung eingeführt. Sie ist eine wahre Blumenkönigin und seit dem Tod des Vaters herrscht sie allein über die blühenden Rosenfelder und das bis unter die Decke mit Duftproben angefüllte Landhaus. Doch schon acht Jahre ist es her, seit Eves Rosenschöpfungen aus Cremeweiß mit der begehrten „Goldenen Rose“ ausgezeichnet wurden und das Geschäft florierte. Nun ist die internationale Großzüchterei ihres Konkurrenten Constantin Lamarzelle der neue Stern am Rosenhimmel und Eves Blumenparadies von der Pleite bedroht. Unverhoffte Hilfe kommt ausgerechnet von drei durch ein Resozialisierungsprogramm neu eingestellte Mitarbeiter: Samir, Nadège und Fred. Sie haben zwar von Botanik keine Ahnung, kennen sich aber in Sachen Diebstahl und Einbruch bestens aus. Mit ihren drei etwas überrumpelten Junggärtnern im Gepäck macht sich Eve auf zum Hochsicherheits-Zuchtimperium von Lamarzelle und entführt eine der seltensten und kostbarsten Rosen der Welt – denn die braucht sie für die Kreation einer sagenhaft schönen Sorte, die ganz sicher zur „Goldenen Rose“ gekürt wird. Jedoch muss Eve bald feststellen, dass die Wunder des Lebens nicht berechenbar sind. In ihrer neuen Kollegengemeinschaft begegnet ihr ein unverhofftes, kleines Glück, dessen Schönheit sogar die einer frischen Rosenblüte schlägt.
Regisseur Pierre Pinaud gelingen unvergessliche Bilder, deren Lebendigkeit und Schönheit wie ein zarter Herzschlag die Leinwand bewegt. In DER ROSENGARTEN VON MADAME VERNET erzählt er mit großer Sorgfalt für seine Figuren, mit sanftem Witz und in einer berauschenden Farbenpracht die Geschichte einer starken, unabhängigen Frau zwischen der Poesie der Rosen und der wunderbaren Zufälligkeit des Lebens. DER ROSENGARTEN VON MADAME VERNET entführt uns in eine Welt voll kleiner Wunder – gefüllt mit dem Duft der Rosen aus dem Burgund.

Dune

Fr, 25.03.2022, 19.30 Uhr
So, 27.03.2022, 17.00 Uhr
 
Abenteuer, Science-Fiction
USA, Kinostart 2021, 156 Min., FSK ab 12
 
Regie: Denis Villeneuve
Mit: Stellan Skarsgård, Zendaya, Rebecca Ferguson
 

 

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©Warner

Nominiert für den Oskar "bester Film"

Neuverfilmung von David Lynchs „Der Wüstenplanet“ aus dem Jahr 1984, basierend auf der Romanreihe „Dune“ von Frank Herbert.

"Dune" erzählt die mythische und emotional aufgeladene Geschichte von Paul Atreides. Er ist ein begabter junger Mann, der in ein großes Schicksal jenseits seines eigenen Verständnisses hineingeboren wurde. So muss Paul zu einem der gefährlichsten Planeten unseres Universums reisen, um die Zukunft seiner Familie und die seines Volkes zu gewähren. Doch bösartige Kräfte mischen sich in den Konflikt um eine kostbare Ressource ein - einer Ware, die das größte Potenzial der Menschheit erschließen kann. In diesem unerbittlichen Kampf werden nur diejenigen überleben, die ihre Angst überwinden können...
Die Neuverfilmung des gleichnamigen, populären Sci-Fi-Romans von Frank Herbert.

 


  

Peter Friesenhahn unterwegs

Dokumentarfilme von Mosel und Hunsrück

Sa. 21.05.2022, 19.30 Uhr

mit Pause

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friesenhahn web 
 

Drei Kilometer Mosel

Mit über 150 Veranstaltungen findet die Woche der Artenvielfalt an der Mosel vom 15. -22. Mai 2022 statt. Lesungen, Weinproben, Wanderungen usw.
Der Dokumentarfilmer Peter Friesenhahn hat ein halbes Jahr den Artenreichtum an der Mosel gefilmt. Eingegrenzt auf drei Kilometer ist er in den Steillagen der Weinberge, am Ufer und im Wasser der Mosel fündig geworden. Schwimmende Sauen, züngelnde Schlangen, stinkende Algen und schmerzstillende Pflanzen, die Vielfalt von Fauna und Flora auf diesem kleinen Terrain ist beeindruckend.

Zur Quelle der Mosel - Von Thionville bis zur Quelle in den Vogesen

Jeder Moselaner will irgendwann wissen, „Woher kommt das Moselwasser“? Dieser Frage geht Friesenhahn auf einer interessanten Reise in diesem Film nach, der überraschende Ansichten über Kathedralen, Kohle und Kanäle im Nachbarland Frankreich liefert. Gemüseanbau am Kernkraftwerk Cattenom, Freizeitkapitäne, die von der Mosel bis ins Mittelmeer schippern, und: wie schmeckt eigentlich das Wasser an der Quelle?

Making of Hunsrück

Wie kommt ein Moselaner dazu ein Buch über den Hunsrück zu schreiben? Der Autor lässt die Zuschauer an der Entstehung des Buches „111 Orte im Hunsrück, die man gesehen haben muss“ filmisch teilnehmen. Skurrile und komische Orte wurden bei der Recherche zu diesem Buch entdeckt. Wo sorgt Opa im Rad für eine schnelle Kugel, unter welchem Riesenpilz findet ein Gemüsemarkt statt und wo schmeckt das Wasser nach Blut? Alles spannende Orte im Hunsrück, die man gesehen haben muss.

 

 

 

 

Gunda

Fr, 29.04.2022, 19.00 Uhr


Dokumentarfilm
Norwegen, USA, Kinostart 2021, 93 Min., FSK ab 0
Regie: Viktor Kossakovsky

>> Karten reservieren
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Filmgespräch im Anschluss

Zu Gast: Volker Luckenbach und Waltraud Fazio vom Biohof Althaus/ Zell,
wo eine besondere Art der Tierhaltung mit einer besonderen Schweinerasse gepflegt wird.
 

 

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©Filmwelt

 

Dokumentationsfilm über das harmonische Leben von Nutztieren wie Schweinen und Hühnern

Ein Hausschwein, eine Hühnerschar und eine Rinderherde sind die Protagonisten. Die tierischen Bewohner eines Bauernhofs werden auf Augenhöhe porträtiert. Ihre eigene Wahrnehmung, Empfindungen und Gewohnheiten werden dem Publikum auf einfühlsame Weise nähergebracht, um so ein Plädoyer für das Recht auf Leben aller Lebewesen zu schreiben.

Was viele nur als Nutztiere wahrnehmen, wird hier mit Leben und Emotionen aufgeladen. Regisseur Victor Kossakovsky hielt „Gunda“ in schwarz-weiß für die Ewigkeit fest. Der Regisseur aus der Sowjetunion lebt seit frühester Kindheit vegetarisch. Auf der Berlinale 2020 feierte „Gunda“ in der Sektion seine Weltpremiere.

 

Helden der Wahrscheinlichkeit

 
Fr, 20.05.2022, 19.30 Uhr
So, 22.05.2022, 17.00 Uhr
 
Komödie
Dänemark, Kinostart 2021, 116 Min., FSK ab 16
 
Regie: Anders Thomas Jensen
Mit: Nikolaj Lie Kaas, Mads Mikkelsen, Lars Brygmann, Nicolas Bro
 
 

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©Splendid

Trauer-Arbeit ist eine einsame Angelegenheit. Entsprechend möchte der gerade heimgekehrte Offizier Markus einfach seine Ruhe haben. Er will möglichst wenig weinen, sich um seine Teenager-Tochter Mathilde kümmern und den Verlust seiner Frau mit viel Bier herunterspülen. Doch diese Rechnung hat er ohne die drei Unglücksvögel gemacht, die vor seiner Tür auftauchen. Der Mathematiker Otto, sein nervöser Kollege Lennart und der exzentrische Hacker Emmenthaler sind sichtlich vom Leben gebeutelt. Doch sie haben einen Weg gefunden, dem Schicksal das Handwerk zu legen: Sie können rechnen. Und ihren Berechnungen zufolge starb Markus Frau nicht zufällig. Tatsächlich hat das schräge Trio Indizien, die stutzig machen. Aus zahllosen Details knüpfen sie eine zwingende Beweiskette, an deren Ursprung eine Bande namens Riders of Justice steht. Egal wie unwahrscheinlich ihre Theorie klingt – sie weckt erfolgreich die Rachlust des emotional sonst sparsamen Familienvaters. Otto, Lennart und Emmenthaler tarnen sich vor allem für die ahnungslose Mathilde als Trauer-Therapeuten, üben fleißig den Umgang mit automatischen Waffen und freuen sich auf den Bananenkuchen, wenn das Unrecht erstmal aus der Welt geschafft ist. Denn gemeinsam planen sie nichts weniger als einen Schlag gegen das organisierte Verbrechen – und genießen den Trost einer unerwarteten Gemeinschaft. Doch ganz so einfach gehen Selbstjustiz und Sinnsuche eben nicht zusammen. Schon bald nämlich fällt den Riders of Justice auf, dass ihnen jemand auf der Spur ist. Bis unter die Zähne bewaffnet erzwingen sie einen Showdown, wie man ihn – zum Glück! – nicht erwarten kann.

 

Rosas Hochzeit

 
Fr, 08.04.2022, 19.30 Uhr
So, 10.04.2022, 17.00 Uhr

Komödie
Spanien, Kinostart 2021, 99 Min., FSK ab 6

Regie: Icíar Bollaín
Mit: Nathalie Poza, Candela Peña, Sergi López
 
 

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©Piffl Medien

Kurz vor ihrem 45. Geburtstag beschließt Rosa, dass es Zeit für einen radikalen Wandel in ihrem Leben ist. Immer hat sie für die anderen gelebt, in ihrem Job als Kostümbildnerin bis zum Umfallen gearbeitet, den Vater zum Arzt begleitet, sich um die Kinder ihres Bruders gekümmert. Knall auf Fall verlässt sie Valencia, um sich im alten Schneiderladen ihrer Mutter in einem kleinen Küstenort den Traum vom eigenen Geschäft zu erfüllen. Aber es ist nicht so leicht, sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Der Job, ihr Vater, die Geschwister, ihr Freund und ihre Tochter, alle mit ihren eigenen Plänen und Problemen: Das Handy hört gar nicht mehr auf zu klingeln. Rosa beschließt, ein Zeichen zu setzen: Sie will heiraten. Und diese Hochzeit wird eine ganz besondere sein...

Schwarzer Kies

 
Sa., 01.04.2022, 19.00 Uhr
Restaurierte Urfassung, Eintritt 8,- €
 
Drama, Post noir
D 1961, 113 Min., FSK ab 16, Schwarz-Weiß
 
Regie: Helmut Käutner
Mit: Ernst Jacobi, Peter Thomas, Anita Höfer,
Helmut Wildt, Ingmar Zeisberg,Hans Cossy,
Wolfgang Büttner
 
(Einführung zu "Schwarzer Kies" von  Olaf Möller (Kurator) im Rahmen der
Filmreihe "GELIEBT UND VERDRÄNGT - Das Kino der jungen BRD von 1949
bis 1963" im Deutschen Filmmuseum  im Oktober 2016
 

 
 
 
 
 

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©UFA Film Hansa

 
Anschließend Filmgespräch mit Anja S., Autorin von:
"Jed Schouer war en Puff: Die Verrufene Zeit in Lautzenhausen"
Das Buch kann erworben werden.
 
Anja S., stammt aus dem Hunsrück. Sie studierte Germanistik und Kulturwissenschaft. Ihre Magisterarbeit schrieb sie über die vier außergewöhnlichen Jahrzehnte in Lautzenhausen. Aus dieser Arbeit ist das vorliegende Buch entstanden.
 
In der bäuerlichen Idylle des kleinen Hunsrückdorfes glitzerten einst die Neonschilder der Bars und Nachtlokale. Rund 40 Jahre dauerte die verrufene Zeit. Es ist ein sagenumwobenes Stück Heimat, über das nicht laut gesprochen wird. Selbst heute noch finden sich in "Lautze" Spuren dieser Vergangenheit. Anja S. beschreibt die Bars und das Dorf, die Bauern und die Zuhälter, die Animierfrauen und die Striptease-Tänzerinnen. Sehr anschaulich, oft humorvoll, gut recherchiert und ein bisschen frivol sind die Geschichten, die von der Autorin zusammengetragen wurden.

 

Deutsche und Amerikaner als Notgemeinschaft - Worum geht es in "Schwarzer Kies"?

Helmut Käutners Film von 1961 gilt heute als einer der interessantesten deutschen Nachkriegsfilme überhaupt.

Käutner zeigt uns ein Dorf im Hunsrück, in dem amerikanische Truppen eine Luftwaffenbasis betreiben. (Gedreht auf der Hahn-Airbase und in Lautzenhausen) Die deutsche Bevölkerung arrangiert sich so gut es geht mit den US-Soldaten - 6000 Amerikanern stehen ein paar Hundert Deutschen gegenüber. Die Basis soll ausgebaut werden, deshalb werden große Mengen an Baumaterial benötigt. Robert Neidhardt ist LKW-Fahrer, der für deutsche Bauunternehmen Kies für die US-Basis transportiert, ein rauer Kerl mit Charme, der es mit den Abrechnungen nicht ganz so genau nimmt und auch mal in die eigene Tasche wirtschaftet. Es ist die große Zeit des Schwarzhandels.

Eines Tages taucht seine alte Liebe Inge wieder auf, die inzwischen mit dem Chef der US-Basis verheiratet ist. Bei einer gemeinsamen Fahrt mit Roberts LKW verunglückt ein junges Paar tödlich. Robert geht nicht zur Polizei, verscharrt die Leichen unter schwarzem Kies. Das Unglück und die Vertuschung lösen eine Kette von tragischen Ereignissen aus.

Neben dieser melodramatisch grundierten Haupthandlung richtet Käutner seine Kameras vor allem auf das Leben in dem fiktiven Örtchen Sohnen.

"Schwarzer Kies"   -   Zwei Fassungen

Korruption und Prostitution bestimmen den Alltag in Sohnen. Straßenstrich und Amüsierbetriebe, Wirtschaftskriminalität und herzliche Abneigung zwischen Deutschen und Amerikanern prägen das Zusammenleben der Menschen. Junge und alte Generationen treffen aufeinander. Abends trifft man sich im Club "Atlantic", Deutsche und Amerikaner, Frauen und Männer, Prostituierte und Freier, alle auf der Suche nach ein wenig Zerstreuung. Der Club wird von einem älteren Deutschen betrieben. In einer Szene des Films wird er von einem Alt-Nazi als "Saujud" beschimpft. Daraufhin sieht man kurz die am Unterarm eingravierte Zahlenkolonne des Barbesitzers, die diesen als ehemaligen KZ-Insassen ausweist. Aus heutiger Sicht eine Szene, die nur als Kritik an den latent existierenden antisemitischen Strömungen in der Nachkriegs-BRD zu interpretieren ist.

Diese nur kurze, nicht zentrale Szene führte 1961 zu einer Strafanzeige wegen vermeintlichen Antisemitismus. Die Staatsanwaltschaft verzichtete aber darauf, gegen die Freigabe des Films vorzugehen. Trotzdem entschied sich die produzierende UFA damals, die Szene aus dem Film zu entfernen. Auch das düstere Ende wurde durch eine nicht ganz so pessimistische Schlusssequenz ersetzt.

In der Folge lief "Schwarzer Kies" vor allem in der geschnittenen Fassung, erst 2009 wurde die Ur-Version wieder aufgeführt. Nach der Digitalisierung ist der Film wieder in seiner ursprünglichen Form zu sehen: "Ein herausragendes Beispiel für den unverstellten Blick auf die Abgründe der westdeutschen Nachkriegsrealität", so Rainer Rother, Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek, "eine Rarität, die nun wieder entdeckt werden kann."

Ein deutscher Nachkriegsfilm, der den Begriff "Heimatfilm" in ein ganz neues Licht rückt.

The Father

Fr, 22.04.2022, 19.30 Uhr           
So, 24.04.2022, 17.00 Uhr    
 
Drama
Frankreich, Großbritannien, Filmstart 2021, 98 Min., FSK ab 6 
 
Regie: Florian Zeller
Mit: Anthony Hopkins, Olivia Colman, Mark Gatiss
 

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 ©Tobis

Drama mit Anthony Hopkins und Olivia Colman um einen dementen Vater, der sich mit 80 Jahren weigert, neben seiner Tochter häusliche Pflege anzunehmen.

Mit 80 Jahren lebt Anthony weiterhin in seiner großen Wohnung in London. Seine Tochter Anne zieht zu ihm, um sich fortan um ihn zu kümmern. Ihr Vater leidet an Demenz. Während sie nach und nach die Geduld mit ihrem sturen Vater verliert, der häusliche Hilfe gänzlich ablehnt, durchlebt ihr Vater die Momente der Krankheit ohne zu wissen, wann sich seine Wahrnehmung ändert. Mal befinden sich seine Schätze woanders, mal läuft eine wildfremde Frau in seine Wohnung, die behauptet seine Tochter zu sein.

Als Anne die junge Pflegerin Laura engagiert, gibt sich ihr Vater als der Charmeur und verspielte Mann, den Anne aus ihrer Jugend kannte. Doch wenn die Krankheit ihre dunklen Seiten zeigt, ist sie die erste, die in der Schusslinie steht. Während die Wahrnehmung von Anthony weiter abdriftet, müssen sich Anne und ihr Partner Paul die Frage stellen, wie lang sie noch in der Wohnung verweilen können.

Selten hat ein Film die Schwere der Demenzkrankheit in voller Wirkung gezeigt, wie es „The Father“ von Regisseur Florian Zeller getan hat. Basierend auf seinem eigenen Theaterstück „The Father“ schildert der französische Regisseur in seinem Debütfilm die Demenzkrankheit aus der Sicht desjenigen, der an der Krankheit leidet. So wird ein akkurates Bild gezeichnet, das auch Angehörigen von Demenzkranken zeigt, wie schockierend schon kleinste Änderungen im Alltag ihrer Liebsten sein können.

In der Hauptrolle brilliert Anthony Hopkins einmal mehr in seiner beachtlichen Karriere. Mit Olivia Colman wurde ihm eine ebenbürtige Schauspielerin in der Rolle der verzweifelten Tochter zur Seite gestellt.  

Vater  - Otac

 
Fr, 06.05.2022, 19.30 Uhr
So, 08.05.2022, 17.00 Uhr
 
Drama
Serbien, Frankreich, Deutschland, Kroatien, Bosnien und Herzegowina
Kinostart 2021, 119 Min., FSK ab 12
 
Regie: Srdan Golubović
Mit: Goran Bogdan, Boris Isaković, Nada Šargin, Milica Janevski,
Muharem Hamzić, Ajla Šantić, Vahid Džanković, Jovo Maksić,
Milan Marić, Nikola Rakocevic
 
 

vater otac klein

©Barnsteiner 

 

Publikumspreis Biennale 2020

Nachdem Nikolas Frau Selbstmord begangen hat, werden dem Gelegenheitsarbeiter seine beiden Kinder weggenommen und bei Pflegeeltern untergebracht, zunächst angeblich vorübergehend. Doch nach einer Begutachtung der Wohnverhältnisse befindet der Leiter des Sozialamts des kleinen serbischen Dorfes, Nikola sei zu arm, um ein angemessenes Lebensumfeld für die Kinder zu gewährleisten. Der zurückhaltende Mann beschließt, eine Beschwerde beim Ministerium für Soziales in Belgrad einzulegen. Die 300 Kilometer dorthin will er zu Fuß zurückzulegen. Er will den Behörden zeigen, wie weit er für seine Kinder zu gehen bereit ist – im wahrsten Sinne des Wortes.
Srdan Golubović erzählt in authentischen, bewegenden Bildern von der Ungleichheit der Verhältnisse. Sein stiller, aber zäher Protagonist erforscht nicht nur das Land, sondern auch die Grenzen zwischen Recht und Unrecht. Entschlossen, seiner wachsenden Verzweiflung nicht nachzugeben, unternimmt der beharrliche Vater eine Heldenreise, die das Wort Held neu definiert.